Depressionen: Hilfe auf vier Pfoten

Klinik in Marienheide startet weltweit erste Studie

Oberberg. Ihr freundliches Wesen, ihr hohes Maß an Selbstständigkeit, ihre Sensibilität und ihr Einfühlungsvermögen qualifizieren sie zu idealen Therapeuten auf der allgemeinpsychiatrischen Station im Zentrum für seelische Gesundheit in Marienheide, einer Einrichtung des Klinikums Oberberg. Die neuen Kollegen, die hihre Arbeit mit depressiven Patienten begonnen haben, sind Hunde. Die Australiana Working Kelpies, die auf die Namen Buddy, Penny und Sonic hören, helfen dem leitenden Oberarzt der Station. Dr. Andreas Sobottka startet gemeinsam mit der Tiertrainerin Mareike Doll-Degenhardt aus Wermelskirchen die weltweit erste wissenschaftlich fundierte Studie zur Wirksamkeit tiergestützter Therapie auf depressive Symptome bei psychischen Störungen. "Es gibt Erkenntnisse, dass der Umgang mit Tieren Aspekte wie Stress und Angst beeinflussen kann, aber ein stichhaltiger Beleg, dass er zur Behandlung von Depressionen geeignet ist, wurde noch nicht erbracht", so Dr. Sobottka. Erstmals will er nun mit wissenschaftlichen Methoden beweisen, dass mit Hilfe des Einsatzes von Hunden in der Therapie Patienten mit depressiven Störungen geholfen werden kann. "Ich freue mich, dass unsere Ärzte an der Weiterentwicklung von Behandlungsmethoden arbeiten", sagt Joachim Finklenburg, Hauptgeschäftsführer der Klinikum Oberberg GmbH. In der Klinik Marienheide arbeiten die Psychiater und Psychotherapeuten schon lange mit Pferden, und auf der Station von Dr. Sobottka ist Stationskatze Luna ständiger Begleiter der Patienten. Tiertrainerin Mareike Doll-Degenhardt zieht Australiana Working Kelpies auf und bildet sie zu Therapiehunden aus. "Die Tiere dieser Rasse sind immer bemüht, die ihnen gestellte Aufgabe zu erfüllen, so dass tiefes Vertrauen bis hin zu blindem Verständnis zwischen Tier und Mensch entstehen kann." Nach vier Wochen Tiertherapie folgen vier Wochen Therapie ohne Hunde. Parallel wird in einer zweiten Gruppe zunächst ohne die vierbeinigen Therapeuten gestartet;?später kommen die Hunde dazu. Mit ersten Ergebnissen rechnet Dr. Sobottka in einem halben Jahr. Dr. Sobottka erhofft durch den Einsatz dieser Therapie eine Verkürzung der Behandlungsdauer.

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