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Fahren Sie vorsichtig!

Tipps und aktuelle Fahrberichte - exklusiv von Motorjournalist Werner Müller


Vorsicht bei alten Sommerreifen

Besonders auf älteren Gebrauchtwagen findet man oft zu alte Reifen vor. Trotz ausreichend Profil sind sie nicht mehr verkehrssicher

Schnäppchenjäger freuen sich sicher, wenn sie ein gut erhaltenes, begehrtes Modell wie etwa einen 3er-BMW günstig ergattern können. Wenig gefahren, Garagenfahrzeug, topgepflegt. Doch Vorsicht: Oft rollen solche, 7 bis 8 Jahre alte "Schätzchen" noch auf den ersten Sommerreifen.
Bei Winterreifen achtet man eher auf das Alter, weil nachlassende Griffigkeit bei Eis und Schnee schneller spürbar ist. Doch auch Sommerreifen sollten nicht älter als 6 bis 7 Jahre alt sein. Denn Nässeeigenschaften und Bremsleistung lassen durch die Aushärtung der Lauffläche des Reifens deutlich nach. Das Problem: Der Fahrer merkt das kaum, weil er sich an das schlechtere Fahrverhalten gewöhnt.

 

Gefährlicher sind jedoch oft unerkannte Beschädigungen an der Reifenflanke und am Unterbau des Reifens, der Karkasse. Bordsteine und das Fahren mit zu geringem Luftdruck setzen den Reifen im Laufe der Zeit zu. Und wie der Vorbesitzer mit seinem Fahrzeug und den Reifen umgegangen ist, lässt sich nur ahnen.

 

Mein Tipp: Wer sich einen älteren Gebrauchten zulegt, sollte den Kauf von neuen Reifen einkalkulieren. Und den Vorbesitzer auf die älteren Reifen hinweisen und den Preis drücken. Das Reifenalter erkennt man übrigens an einer Zahlenkombination auf der Reifenflanke. Hinter dem DOT-Zeichen oder separat finden sich Zahlenkombination wie etwa 4509. Das heißt: Der Reifen wurde in der 45. Woche 2009 produziert.

 

Ein Tipp für alle, die sich neue Sommerreifen kaufen wollen oder müssen: Den alten, oft ungebrauchten Ersatzreifen sollte man nur als Notreifen nutzen. Denn bei der langen Lagerung im Kofferraum kann sich die Lauffläche durch einen chemisch-physikalischen Vorgang teilweise von der Karkasse gelöst haben. Montiert man den Ersatzreifen nun, weil man so einen neuen Reifen sparen will, dann kann bei schneller Fahrt oder einer höheren Belastung (Urlaubsreise, Fahren mit mehreren Personen) das böse Erwachen kommen. Der Reifen kann platzen, sich auflösen. Böse Unfälle sind die Folge. Meine Meinung: Wer an einem (Ersatz-)Reifen spart, der bringt sich und seine Insassen in unnötige Gefahr.

Grafik: Dunlop
Wichtig für Lebensdauer, aber auch Verbrauch: Der richtige Luftdruck.
Letzte Änderung: Donnerstag, 05.05.2011 15:54 Uhr

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