Formel 1-Fahrer haben es gut. Wenn es regnet, kommen sie an die Box und sekundenschnell werden grob profilierte Regenreifen montiert. Und wenn es extrem schüttet, dann kommt - wie gerade beim Rennen in Kanada - das so genannte Pacecar raus und bremst alle Rennwagen auf niedriges Tempo ein.
Autofahrer müssen bei diesen Witterungsbedingungen dagegen
selbst entscheiden und ihre Fahrweise entsprechend einrichten. Die
montierten, modernen Sommerreifen renommierter Hersteller haben in
der Regel gute Nässeeigenschaften. Vorsicht ist jedoch - wie
Reifentests des ADAC und von Fachzeitschriften zeigen - bei
Billigreifen meist aus chinesischer Produktion angebracht. Diese
sind bei Nässe, vor allem beim bremsen, deutlich
schlechter.
Voraussetzung für gute Nässeeigenschaften ist allerdings
eine Rest-Profiltiefe von drei bis vier Millimetern. Der
Gesetzgeber erlaubt zwar 1,6 Millimeter Restprofil. Doch wer sicher
fahren will, sollte bei spätestens drei Millimetern die Reifen
wechseln. Die Reifen "schwimmen" bei geringerem Profil
viel früher auf, das Profil kann nur noch ein Drittel der
Wassermenge aufnehmen, das gefährliche Aquaplaning lässt
das Auto ohne Fahrbahnkontakt über das Wasser rutschen.
Oft macht sich Aquaplaning durch kurzzeitig höhere Drehzahl des Motors wegen durchdrehender Räder bemerkbar. Wie soll man sich nun bei Wasserglätte und starkem Regen als Autofahrer verhalten?
Runter vom Gas Unbedingt das vorgeschrieben
Tempo einhalten und bei starkem Regen nicht schneller als 80 km/h
fahren
Rücksicht nehmen Nicht zu dicht hinter dem Vordermann
herfahren, die Gicht kann das Fahren zum Blindflug machen. Beim
Überholen nicht so früh wieder einscheren, der Hintermann
sieht durch
die Gichtwolke sekundenlang nichts
Vorsicht bei halbtrockener Fahrbahn Plötzlich
auftretende Pfützen oder Wasser, das über die Fahrbahn
läuft, können einem das Lenkrad verreißen und
starkes Aquaplaning verursachen. Weniger routinierte Autofahrer
können sich dabei heftig erschrecken. Bei diesem
Fahrbahnzustand aufmerksam die Vorausfahrenden beobachten.
Plötzlich auftretende Gichtfahnen signalisieren: Achtung
Pfütze, stehendes Wasser in Spurrillen, Rutschgefahr.
Kolonne fahren wie Formel 1-Piloten Bei Regen
fahren Vettel & Co auch rundenlang hintereinander her, weil sie
in der trocken gefahrenen Spur bleiben wollen. Autofahrer
können das auf der Autobahn auch machen und bei extremem Regen
sogar hinter den LKW herfahren. Die fahren mit ihrer breiten
Bereifung eine satte Spur nässefrei.
Fahren wie Profis Bei auftretendem
Aquaplaning sofort die Kupplung treten, das Auto verliert so den
Vortrieb. Auf keinen Fall bremsen, die Räder bleiben
blockiert, der Wasserfilm baut noch langsamer ab. Wenn das
gebremste Rad dann wieder Bodenkontakt bekommt, kann das Fahrzeug
ins Schleudern kommen. Zudem möglichst nicht lenken. Die
Lenkung reagiert bei Wasserglätte nicht. Beim Kontakt mit der
trockener Fahrbahn und eingeschlagener Lenkung reagiert das Auto
dann unkontrollierbar.
Der wichtigste Tipp bei Aquaplaning: Ruhig
bleiben. Lenkrad festhalten und abwarten, bis das
Fahrzeug wieder Bodenkontakt hat.




