Heumar (sf). Einen abwechslungsreichen Abend mit Musik, Rhetorik und Kunst bot der dritte Teil der Kulturreihe "Kirche & Orgel" in der katholischen Pfarrkirche Sankt Cornelius.
Im Mittelpunkt der rund eineinhalbstündigen
Veranstaltung standen die musikalische und literarische
Interpretation von fünf Fenstern der Pfarrkirche, deren
zentrale Figur Maria, die Mutter Gottes, ist.
Der WDR-Moderator und Literatur-Rezitator Ralf Buchinger
führte souverän durch das Programm und stellte jedes der
fünf Fenster einzeln vor. Zudem wählte er zu jedem
Fenster einen literarischen Text aus, der die Geschichte der Bilder
widerspiegelt. Musikalisch in Szene gesetzt wurden die einzelnen
Fenster von dem Organisten Hans Leenders, Professor für Orgel
sowie Kantor an der Basilika in Maastricht.
Nachdem die Original-Fenster der Kirche während eines
Luftangriffs 1942 zerstört wurden, ließ der
Benediktiner-Mönch Bruder Notker aus Maria Laach neue Fenster
erstellen.
"Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen
hast", lautet der Name des ersten Fensters. Hans Leenders
wählte hierzu Musik des Komponisten Girolamo Frescobaldi aus
und spielte das Stück "Toccata quarta". Als
literarischen Text entschied sich Ralf Buchinger für den
"Psalm" von Hanns-Dieter Hüsch. Zur Untermalung des
nächsten Fensters mit dem Titel "Jesus, den du, o
Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast", las Ralf Buchinger aus
Novalis' "Astralis", nachdem die Besucher Johann
Sebastian Bachs "Wachet auf, ruft uns die Stimme" zu
hören bekamen. Musik des französischen Komponisten
Jean-Francois Dandrieu erklang zum Fenster Nummer drei, das den
Titel "Jesus, den du, O Jungfrau, geboren hast"
trägt. Das Gedicht "Du sanftestes Gesetz" von Rainer
Maria Rilke untermalte das Fenster literarisch. Das nächste
Fenster erzählt von der Opfergabe: "Jesus, den du, o
Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast". Mit der "Symphonic
Concertante - offertoire" von Guillaume Lasceux wurde das
Fenster musikalisch in Szene gesetzt, als literarischen Text
wählte Ralf Buchinger "Wunderschätze" von
Novalis. Einen sehr modernen Text bekamen die Besucher zum Fenster
Nummer fünf, "Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wieder
gefunden hast", zu hören: "Wer Schmetterlinge lachen
hört, der weiß wie Wolken schmecken" schrieb Karl
Karkens, der auch als Songschreiber für die Popsängerin
Nena bekannt war. Mit dem "Concerto del Signr Tagliette"
von J. Gottfried Walther setzte Organist Hans Leenders das letzte
der Kirchenfenster von Bruder Notker in Szene. Religiöse
Thematik, aufgearbeitet durch klassische Musik und kombiniert mit
moderner zum Teil zeitgenössischer Lyrik hinterließ
großen Eindruck auf das Publikum. Großer Applaus am Ende
der Veranstaltung zeigte, dass sowohl Organist Hans Leenders, als
auch Moderator Ralf Buchinger die richtige Auswahl an Texten und
Kompositionen gewählt haben und Mathias Ingendahl vom
Kirchenvorstand Sankt Cornelius eine gelungene Veranstaltung zum
Abschluss der dreiteiligen Kulturreihe anlässlich des
175-jährigen Weihejubiläums der Kirche Sankt Cornelius
auf die Beine gestellt hat.
