Kalk (ac). Die Neugestaltung des Kalker Südens, vor allem des Geländes rund um die Wiersbergstraße, bestimmte die Diskussionen in der Bezirksvertretung im Jahr 2011, und dies wird sich auch 2012 kaum ändern: Auf einer Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan im Dezember prallten unterschiedliche Nutzerinteressen aufeinander.
Geplant sind ein Parkstreifen, ein Grünstreifen und
Erweiterungsbauten für die Kaiserin-Theophanu-Schule.
Wenig Hoffnungen gibt es bisher für die Betreiber des
Autonomen Zentrums, die nach einer Besetzung das Gebäude legal
nutzen dürfen. Für den geplanten Grünstreifen
müsste die vor der Besetzung jahrelang ungenutzte Kantine
abgerissen werden. Mittlerweile hat sich ein Veranstaltungsprogramm
im Autonomen Zentrum etabliert, und die Nutzer wollen sich mit dem
Abriss nicht abfinden. "Wir können und wollen uns keinen
anderen Ort mehr vorstellen, um unsere kreativen Ideen
umzusetzen" hieß es noch auf der
Informationsveranstaltung von der Sprecherin einer Theatergruppe,
die dort probt.
Das Bebauungsplanverfahren geht, politisch beschlossen, inzwischen
in die nächste Runde. Bis zum 14. Dezember konnten Bürger
ihre Vorschläge und Stellungnahmen einreichen, jetzt ist
Bezirksbürgermeister Markus Thiele "neugierig und
gespannt, welche Vorschläge und Stellungnahmen die Kalkerinnen
und Kalker unterbreitet haben". Eine Bürgerbeteiligung
wünscht Thiele auch für einen weiteren
Hoffnungsträger, die Neugestaltung des ehemaligen
Huwald-Hamacher-Geländes rund um Robertstraße und
Trimbornstraße. Eine Wohnbebauung könnte, so Thiele,
"ein weiterer Schlüssel für die positive Entwicklung
von Kalk" sein.
Beschlossene Sache ist Abriss und Neubau für die
GAG-Bauten rund um Albermannstraße, Falckensteinstraße
und Manteuffelstraße. Unklar ist bisher jedoch der Verbleib
der Jugendeinrichtung "Pavillon e.V."
Angebote für Jugendliche stehen auch für den Stadtteil
Merheim, in dem in den so genannten "Merheimer
Gärten" zahlreiche Wohnungen und Reihenhäuser neu
entstanden, auf der Wunschliste der Bezirksvertreter.
Eine weitere Brache, der so genannte "Rather See", im
Volksmund Neubrücker See, wartet ebenfalls auf ihre
Neugestaltung und Neunutzung. Der Westen und Süden soll nach
Planung der Eigentümer als Badesee mit Strandbad und
Wasserskianlage, eventuell auch mit einem Saunabetrieb
genutzt werden, der Osten als Rückzugsgebiet für Tiere
und Wasservögel laut Beschlussvorlage "extensiv"
genutzt werden. Ob die von Thiele gewünschte
"Weiterentwicklung des Rather Sees zu einer attraktiven
Freizeitlandschaft unter strikter Beachtung des Natur- und
Artenschutzes " in einem derartig dicht bewohnten Gebiet mit
Sauna und Wasserskianlage möglich sein wird, bleibt
abzuwarten. Abzuwarten bleibt auch, ob ein eintrittspflichtiges
Strandbad in dem bisher "wild" genutzten Badesee
angenommen wird bzw. ob Nutzer die Ruhezone im Osten respektieren.
Der angrenzende Stadtteil Neubrück wird die Politiker 2012 in
puncto Nahversorgung und Sicherheit beschäftigen. "Die
geringste Versorgung im Lebensmittelbereich" bestätigt
das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln dem
Stadtteil und empfiehlt die Eröffnung eines zweiten
Lebensmittelmarktes.
Für den 7. Februar ist dazu eine Bürgerversammlung in der
Aula der Kurt-Tucholsky-Hauptschule geplant.



