Mülheim (ac). Mühsam auf den Weg gebracht und im
vergangenen Jahr schleppend angelaufen, begleitet von Kritik aus
den Medien und dem Umfeld: Das Förderprogramm
"Mülheim 2020" und seine weitere Umsetzung wird die
Stadtteile Mülheim, Buchheim und Buchforst auch im Jahr 2012
prägen. Am Start ist seit dem 1. Dezember das Projekt
"SpoBIG" (Sport, Bildung, Integration, Gesundheit), das
Einrichtungen an der Schnittstellen dieser Arbeitsbereiche
vernetzen soll. Auch der Stadtbezirkssportverband soll einbezogen
werden. Den Zuschlag nach der europaweiten Ausschreibung erhielt
das Institut für Sportwissenschaften an der
Universität Chemnitz. Jugendliche zu Sportbetreuern und
Übungsleitern zu qualifizieren soll einer der
Arbeitsschwerpunkte sein, Anlaufstelle für das Projekt wird
ein eigenes Büro im Programmgebiet.
Eröffnet ist auch das Mülheimer Bildungsbüro in der
Julius-Bau-Straße, das sich vor allem der Sprachförderung
an den Schulen im Programmgebiet und der Verbesserung der
IT-Kenntnisse von Schülern widmen soll. Außerdem sollen
türkisch- und russischstämmige Integrationskräfte
Schüler mit Migrationshintergrund bei der Suche nach einem
Ausbildungsplatz begleiten. Jetzt hofft Bezirksbürgermeister
Norbert Fuchs noch auf die zügige Eröffnung des
Büros für Wirtschaft, für das der Zuwendungsbescheid
vorliegt und die europaweite Ausschreibung in der Planung ist. Das
Büro soll örtliche Unternehmer durch Beratungsschecks
unterstützen und die Interessengemeinschaften der
Geschäftsstraßen stärken.
Zum Programm gehören außerdem mehrere städtebauliche
Maßnahmen, die politisch beschlossen sind: Die Waldecker
Straße soll planmäßig ab Mitte Februar umgestaltet
werden, um so auch das Wohnumfeld attraktiver zu machen. Ein
Kreisverkehr und eine Verengung auf zwei Fahrspuren sollen der
Straße ihren Charakter als Durchgangsstraße nehmen. Auch
die Umgestaltung der Frankfurter, Buchheimer und Berliner
Straße sind politisch beschlossen (der KWS berichtete).
Auf Kritik stoßen die Umgestaltungen vor allem bei der
CDU-Bezirksfraktion, die Staus angesichts der Fahrbahnverengungen
vor allem in der Berliner Straße befürchten. "Die
Waldecker Straße ist im Grunde auch heute schon nur zweispurig
nutzbar", erwidert Fuchs darauf. "Ich wüsste nicht,
wo da ein Verkehrsschaos entstehen soll". Bedenken
äußerte Fuchs einzig angesichts einer extremen
Fahrbahnverengung in der Berliner Straße, die allerdings
probehalber mit mobilen Bauelementen ausgeführt werden soll.
Weiterhin hofft Fuchs auf ein zügiges Fortschreiten der
Ausbaumaßnahmen an der A3, um den Durchgangsverkehr durch
Mülheim und Buchforst führen soll, aufzufangen.
Während man in Mülheim, Buchheim und Buchforst auf
baldige Umsetzung zahlreicher straßenbaulicher und
städteplanerischer Maßnahmen hofft, ist einige Kilometer
weiter östlich in Dellbrück die Erleichterung groß,
dass eine Autobahnanbindung über den Dellbrücker
Mauspfad nach Merheim über den Mielenforster Kirchweg vom
Tisch ist. Stadttdessen wird von der Landesregierung eine Trasse
über einen ehemaligen Bahndamm zwischen Bergisch Gladbach und
Rösrath bevorzugt. Wie groß die Freude der Bergisch
Gladbacher darüber ist, bleibt abzuwarten.
Mülheim 2020 geht weiter
Diese Themen werden in 2012 im Stadtbezirk Mülheim wichtig sein
Letzte Änderung: Dienstag, 03.01.2012 11:57 Uhr
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