Neuer Lebensraum für Zauneidechsen

Dellbrück. Heidegebiete, Trockenrasen, sonnendurchflutete Böschungen - früher gehörten sie zum Landschaftsbild in vielen Regionen Deutschlands. Heute sind sie weitgehend verschwunden und das hat fatale Folgen für die Tierwelt, zum Beispiel für die streng geschützte Zauneidechse.

Denn durch den Rückgang der Biotope fehlt der Reptilienart zunehmend der Lebensraum. Hilfe kommt jetzt von ehrenamtlichen Naturschützern des Bund für Umwelt- und Naturschutz e.V. (BUND), die das natürliche Zuhause der gefährdeten Tiere künstlich nachbilden. Unterstützt werden sie dabei von der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH). Vertreterinnen und Vertreter der DUH und des Förderers Telekom Deutschland besuchten in Köln das städtische Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide, um sich vor Ort ein konkretes Bild von den Naturschutzmaßnahmen zu machen.
"In der Roten Liste Nordrhein- Westfalens wird die Zauneidechse - eine der noch am häufigsten vorkommenden Kriechtierarten - als stark gefährdet eingestuft", sagte Ulrich Stöcker, Leiter des Bereichs Naturschutz der DUH. "Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, dass Kommunen mit wenig Geld und viel ehrenamtlichem Engagement Gutes für die biologische Vielfalt im Allgemeinen und die Reptilien im Besonderen tun können." Die genannten Lebensräume der Zauneidechse sind heute fast nur noch in Naturschutzgebieten wie der Dellbrücker Heide zu finden.
Doch müssen auch hier immer wieder Gehölze und Bäume entnommen werden, damit die Lebensräume in ihrer unbewaldeten Ausprägung erhalten bleiben. Die Zauneidechse steht dabei als Leitart stellvertretend für eine große Anzahl gefährdeter Arten mit ähnlichen Ansprüchen an den Lebensraum.
"In der Dellbrücker Heide sind alle gefährdeten Arten an den Lebensraum Heide gebunden", sagte Holger Sticht, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND. Um die schwindende Heimat der Kriechtiere zu erhalten, entnahmen Aktive des BUND und Schülerinnen und Schüler der benachbarten Willy-Brandt-Gesamtschule deshalb junge Birken an einem Kiesgrubenhang und zogen sie mit Seilen an die dafür vorgesehenen Stellen.
Dort entstehen Kleinstbiotope, die Rückzugsort und Liegeplatz für die Eidechsen bieten. Bereits in diesem Sommer können die Zauneidechsen ihre wiederher- gestellten Lebensräume besiedeln. Seit 2009 betreut der BUND im Auftrag der Stadt Köln unentgeltlich den städtischen Gebietsanteil des Naturschutzgebiets. Die finanzielle Hilfe durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die ihrerseits seit Jahren von der Telekom Deutschland Mittel für den gemeinsamen Naturschutzfonds "Lebendige Wälder" erhält, ist dabei eine große Hilfe für die Ehrenamtler.

Letzte Änderung: Dienstag, 06.03.2012 09:47 Uhr

Zufrieden mit der Zustellung?

Köln. Uns ist wichtig, dass Sie zufrieden sind - darum freuen wir uns jederzeit über Ihre Hinweise und Anregungen zur Zustellung des KÖLNER WOCHENSPIEGEL. Ab sofort können Sie uns Ihr Feedback noch einfacher zukommen lassen... »

Blaulicht - Der Kölner-Polizeireport

Hier finden Sie die aktuellen Polizei- und Feuerwehrmeldungen aus Köln... »

Alle Titel im Großraum Köln/Bonn

Lernen Sie die weiteren Anzeigenblätter im Großraum Köln/Bonn kennen. »